Wer bitte schön sagt, dass du nicht schön bist? Ein Gastbeitrag von Melanie Kaufmann

Bereits in meinem ersten Gastbeitrag vom Januar 2019 durfte ich einen Teil meiner Geschichte mit dir teilen. Falls du sie noch nicht gelesen hast, hol das umbedingt noch nach. Die vielen Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass es ganz vielen Frauen gleich oder ähnlich geht, was mich ermutigt, meinen Weg weiterhin mit dir zu teilen. Heute möchte ich einen weiter Teil aus meinem Leben mit dir teilen. Wer weiss, vielleicht kann ich damit jemandem helfen oder dazu inspirieren, seinen sogenannten Mindfuck - seine negative Denkensweise - zu hinterfragen. Los geht’s!

Du bist dir nie genug! Du willst schöner, schlanker, attraktiver sein? Die meisten Frau kämpfen tagtäglich mit ihrem Körper. Auch Frauen, die in deinen Augen perfekt  sind, kennen diese Gedanken. Zitate wie „Wahre Schönheit kommt von Innen.“ oder „Schöne Menschen kann man nicht am Aussehen erkennen.“ liesst du immer wieder, doch scheinen sie in der heutigen Gesellschaft einfach noch nicht angekommen zu sein und hangen dir aus dem Halse.

Kennst du solche Gedanken und Gefühle? Ja? Dann haben wir wohl vieles gemeinsam! Denn so ging es mir jahrelang, bis ich gelernt habe, den Mindfuck in meinem Kopf zu beenden. Für mich war klar, es musste dringend ein Shift her, damit ich meine Gedanken, meine Gefühle, meine Handlungen und dadurch mein Leben verändern kann. Ich wusste, dass ich mich selber ändern wollte, damit im Aussen resp an meinem Körper eine Veränderungen stattfinden kann.

Du vergleichst dich jeden Tag mit anderen Frauen und fühlst dich immer weniger wohl in deinem eigenen Körper. Es kommt dir vor, als wären alle anderen Frauen perfekt. Diäten funktionieren bei anderen, nur bei dir nicht und es geht dir einfach immer schlechter, bis du total unglücklich bist. Du befindest dich in einer negativ Spirale, ziehst dich selber jeden Tag immer tiefer und tiefer runter. Dir fallen nur noch wunderschöne, schlanke, makellose Menschen auf und du bist einfach unglaublich traurig.

Wir zweifeln so oft an unserer Hülle, denn der Druck vom Schönsein ist präsenter denn je. Egal ob Privat, in der Gesellschaft oder den (Sozialen) Medien, der Druck ist überall, gegenwärtig und beginnt schon im frühen Kindesalter. Dass war schon früher so, doch heute wohl noch extremer, vermute ich.

Ich habe bereits in der Schule die ersten Erfahrungen mit den Vorstellungen des Schönseins gemacht. Ich war eines der ersten Mädchen, in unserem Dorf, welches zu dieser Zeit, mit einem Bobhaarschnitt rumlief. Dieser Trend war jedoch noch nicht bei uns angekommen, so dass ich unter bösen Kommentaren aus der Nachbarschaft litt. Alles gute Zureden meiner Mama half nicht, so dass ich eines Tages mit einer Papiertüte auf dem Kopf nach Hause kam und nie mehr in die Schule wollte. Heute kann ich darüber schmunzeln, denn einige Tage/Wochen später liefen andere Mädchen mit derselben Trendfrisur rum. Doch zu diesem Zeitpunkt war das sehr schlimm für mich und ging mir richtig unter die Haut.

 Heute habe ich Frieden mit meiner Vergangenheit geschlossen, weiss ich doch, dass es die Kinder resp Jugendlichen nicht besser wussten und mir solch verletzende Worte früher auch entfallen sind könnten. Falls es so war, entschuldige ich mich aufrichtig dafür, ich wusste es nicht besser. Mir ist auch bewusst, dass du vielleicht ähnliche oder sogar schlimmere Erfahrungen in deiner Kind- und Jugendzeit durchmachen musstest und trotzdem können auch scheinbar harmlose Situationen unglaublich vieles kaputt machen in einem Menschen, so auch bei mir.

Auch viele Jahre später, ich war ungefähr 14 Jahren alt, machte ich einschneidende Erfahrungen mit Schönsein. Ich war als Kind oder Jugendliche nie dick, doch als ich mir auf einer Schulreise in der Badi, im Bikini, anhören musste, dass ich aussehe wie eine weisse Bratwurst, schnitten diese Worte tiefe Narben in meine Seele. Was oft unbewusst geäussert wird, kann manchmal wirklich erheblich Folgen haben.


Durch diese und ähnliche Geschehnisse haben ich mir Schutzmauern und einen Schutzmantel zugelegt. Die Schutzmauer diente dazu, mich und mein Herz vor Verletzungen, schmerzende Worte zu schützen. Du und ich habe uns durch Erfahrungen aus unserem Leben, Glaubenssätze eingeprägt, die zu überprüfte sind. Wir dürfen lernen Hier und Jetzt unsere Vergangenheit los zu lassen und uns zu fragen, ob das was wir glauben, wirklich unsere Wahrheit ist. Oder ob die gelebte Wahrheit von Aussen kommt? Hab den Mut die Vergangenheit Stück für Stück loslassen, was nicht heisst, dass wir alles gutheissen, was passiert ist. Doch durch unser Loslassen, machen wir uns frei für das Jetzt und unsere Zukunft.

Die gesellschaftlichen Dogmas sind sehr verwurzelt und gesellschaftlich anerkannt, dass auch ich mich immer wieder erwische, wie ich in dieses Denken, dem Druck des Schönseins zurück verfalle. Gerade im Hinblick der Erziehung mit meinen Kindern werde ich immer wieder auf die Probe gestellt. Es ist so wichtig, wie wir mit Druck umgehen.

Es ist Zeit, unser Mindfuck zum Schweigen zu bringen und unsere Denkensweise um zu polen. Um die Denkweise zu verändern, haben wir einige Herausforderungen zu meistern. Die äusseren Stimmen und Einflüsse sind so laut, dass wir diese erstmal verändern oder stumm schalten sollten.

Jeden Tag ziehen wir uns bewusst und unbewusst über verschiedene Faktoren eine negative Denkensweise rein und vermüllen damit unser System. Deshalb empfehle ich dir, mach dir Gedanken darüber, was dir ein positives und negatives Gefühle gibt, was du tagtäglich an Informationen aufnimmst und mit welchen Menschen du dich abgibst.

 So hat es mir weitergeholfen, mich mit tollen inspirierenden Menschen zu umgeben, was in der heutigen Zeit sehr leicht möglich ist. Ich habe mich schlau gemacht, welche Themen beschäftigen mich, welche Menschen sind Experten auf diesem Gebiet und hab mich mit ihnen vernetzt. Ich habe mir das Internet, Bücher und die Sozialen Medien zu Nutze gemacht und haben mir Informationsquellen angeschafft, die mich weiterbringen und mir ein positives Gefühl geben. Ich habe meine Glaubenssätze durchleuchtet und nähere mich Schritt für Schritt meinem wahren Ich.

Ich rede immer liebevoller mit mir selber, auch wenn sich das anfänglich noch etwas unangenehm angefühlt hat, und komme mir dadurch immer näher. Die Selbstzweifel werden immer leiser und mein Selbstbewusst erblüht von Tag zu Tag mehr auf.

Heute weiss ich, wenn ich mir jeden Tag sage, wie schön, wertvoll, einzigartig ich bin, sich dieser Glaubenssatz in meiner Denkensweise und in meiner Ausstrahlung widerspiegelt. Meine Schutzmauer bau ich Stück für Stück ab, ziehe dadurch die richtigen Menschen in mein Leben, die mir automatisch, das zurück projizieren, was ich selber von mir denke. Starte heute für dich deine Transformation und du wirst Wunder erleben. 

Niemand, wirklich niemand hat das Recht, zu sagen, dass du nicht schön bist. Jeder Mensch ist unglaublich wertvoll ,wunderschön und diese Botschaft soll nach Aussen getragen werden. Denn schlussendlich haben so viele Menschen die selben Selbstzweifel und durch unser Umdenken, Erwachen können wir uns gegenseitig Mut zu sprechen, unser Mindset ins Positive umwandeln und uns damit das Leben kreieren, was wir uns schon immer wünschten.

 Herzensgruss Melanie