Wenn ich dann mal dünn bin...

Ich war immer ein dünnes Kind. Eher schmächtig gebaut. Doch wie es dann ab und an so ist wenn man im Berufsleben Fuss fässt und nicht mehr von der eigenen Mama bekocht wird: Man isst unregelmässig und ungesund. War auf jeden Fall bei mir so…Da ich als Kind nie die Sportskanone war, konnte ich mich auch nur schlecht für den doch so ausgleichenden Sport begeistern (das sagen auf jeden Fall alle: ach Sport ist mein Ausgleich #sporty). Die Kilos sollten nicht lange auf sich warten (Hello +15kg).

Und so wird man älter und denkt sich: Ich sollte wieder gesünder essen und mich mehr bewegen. Doch der Kopf ist bereits so auf ungesunde Zutaten programmiert, dass es immer wie schwierig wird aus dem Hamsterrad von Schokolade, McDonals & co. auszubrechen.

Und dann sass ich da auf dem Sofa mit meiner besten Freundin und wir quatschen über Gott und die Welt und natürlich über mein Gewicht. Man beachte an dieser Stelle, dass sich die 15 Kilogramm mehr sehr gut verteilt haben. Soll heissen niemand (aber auch wirklich niemand) hat mir je gesagt, dass ich doch ein bisschen auf mich achten sollte, noch dass ich etwas an Masse zugelegt hätte. Zurück zur Sofa-Geschichte…ich meckerte einmal mehr an mir rum und meinte: Wenn ich dann mal dünn bin, dann…dann würde ich wieder mehr Sport machen, motivierter sein, meine Lieblingsklamotten wieder anziehen und wenn ich ja dann dünn bin, dann finde ich endlich auch jemanden, der mich wirklich aus vollstem Herzen liebt.

Diese Worte! Wenn ich sie nur schon niederschreibe….gefangen im Teufelskreis, statt einfach mal anzufangen. Denn genau in diesem Moment habe ich gemerkt: Ich habe es in der Hand. Ich kann nicht morgen die krasseste Diät beginnen, Sport treiben wie ein Verrückter und in drei Monaten sagen: I did it! Und glaubt mir die “ich beginne morgen-Story” habe ich mir wöchentlich eingeredet! Sondern es ist ein Prozess, man muss seine Hirnwindungen mit neuen Alternativen anregen und Zeit geben. Bei mir dauerte es zwei Jahre bis ich aus tiefster Überzeugung sagen konnte: Mein Glück im Leben hat nichts mit meiner Konfektionsgrösse zu tun!

Nun was ist die Moral dieser Kurz-Geschichte? Nicht aufgeben, einen Schritt nach dem anderen gehen und sich aktiv mit sich in dieser Entwicklung auseinandersetzen. Einfach ist es nämlich nicht und wird es nie. Das Hirn ist darauf gepollt dich zu schützen und wenn du neue Wege gehst, wird im ersten Moment dein Körper wie auch dein Hirn sagen: Warum tust du das? Dann heisst es durchatmen, Krone richten (und nicht hinhören) & noch einen Gang hochschalten. Dein Körper wird es dir danken!

foodmag.ch - wenn ich dann mal dünn bin

Dies ist ein Gastbeitrag

Der (man beachte) männliche Schreiberling möchte aber lieber unbekannt bleiben. Das respektieren wir und danken für die ehrlichen, berührenden Worte.